Flugreise

Es ist geplant, dass wir im Oktober 2015 mit zehn Personen für drei Wochen nach Tansania fliegen, um dort an Ort und Stelle das Projekt "Berufsschule in Hamai" voranzubringen. Die ersten Arbeiten werden dann schon begonnen haben, die Grundsteinlegung mit großer Beteiligung wird stattfinden und die fünf Auszubildenen aus Lingen mit ihrem Lehrer werden helfen, die Zisterne für 10.000 Liter zu bauen.
 
Wie gefährlich wird die Flugreise sein?
 
Ganz aktuell (seit 24.03.2015) sind die Medien voll mit Berichten über den in den Alpen zerschellten Airbus 320 mit 150 Toten, darunter 16 Schülerinnen und Schüler mit ihren beiden Lehrern. Große Bestürzung und tausend Fragen! Die Unglücksursache ist noch vollkommen unklar.
 
Werden wir im Oktober heil hin und und zurück kommen?
 
Höchstwahrscheinlich. Denn bei der Riesenanzahl von Flügen sind Unglücke wirklich höchst selten. Aber geschehen können sie doch!
 
Mir (D. K.) kommt immer ganz schnell in Erinnerung, was ich damals in der Schule "gelernt" habe. "Die Brück' am Tay", eine Ballade von Theodor Fontane, nimmt das Unglück in Schottland vom 28.12.1879 zum Anlass, darüber nachzudenken, was wir nicht im Griff haben. Damals fährt ein Zug über die Firth-of-Tay-Brücke. Die Brücke stürzt ein und reißt 75 Menschen in den Tod.
 
Die Ballade beginnt Fontane mit Gesprächen, die drei Unglückshexen miteinander führen. Das Motiv übernimmt Fontane aus Macbeth von Shakespeare:
 

„Wann treffen wir drei wieder zusamm?“

„Um die siebente Stund, am Brückendamm.“
„Am Mittelpfeiler.“
„Ich lösche die Flamm.“
„Ich mit“
„Ich komme vom Norden her.“
„Und ich vom Süden.“
„Und ich vom Meer.“

„Hei, das gibt einen Ringelreihn,
Und die Brücke muß in den Grund hinein.“

„Und der Zug, der in die Brücke tritt

Um die siebente Stund?“

„Ei, der muß mit“

„Muß mit.“

„Tand, Tand

Ist das Gebilde von Menschenhand!“

TAND, das ist eigentlich ein vernichtendes Urteil über das, was wir als "Errungenschaften" der Technik und Zivilisation betrachten. Wir wiegen uns oft in vermeintlicher Sicherheit. Und dabei wissen wir doch, dass wir nicht die Technik vollkommen beherrschen, dass wir immer den Urgewalten ausgeliefert sind. Warum sind wir dann so überrascht, wenn Unglücke geschehen? Und eigentlich noch schlimmer: wer trägt die Schuld?
 
Das muss klar sein: Flugreisen sind keine hundertprozentige Garantie.
Man geht doch davon aus, dass die Piloten heil nach Hause kommen wollen und deshalb alles dransetzen, dass das gelingt.
 
Jetzt, 26.03., lassen erste Auswertungen des Voicerecorders annehmen, dass der Co-Pilot den Sinkflut willentlich eingeleitet und womöglich seinen Selbstmord beabsichtigt haben könnte. Gründe dafür sind bisher nicht bekannt.
 
Ein Pastor, den ich aus meiner Jugendzeit kenne (Pastor Ernst Lange) hatte damals in einem seiner Bücher zu bedenken gegeben: Wenn ich mit meinem Auto mit 100 km/Stunde vorschriftsmäßig auf der rechten Straßenseite fahre, welche Sicherheit habe ich, dass ein entgegenkommendes Fahrzeug ebenfalls auf seiner rechten Straßenseite bleibt? - Es gibt keine Sicherheit. Und doch verlassen wir uns darauf.
 
Bei Flugreisen gibt es wohl kein größeres Risiko als sonst auch . . .  Das berühmte Argument, dass jemand versehentlich aus dem Bett fallen und sich das Genick brechen kann, ist bekannt . . . und stimmt!