Entstehungsgeschichte

 

Berge begegnen einander nie, wohl aber Menschen!

Milima haikutani, lakini binadamu hukutana!

(Sprichwort aus Tansania)

 

Ein kurzer Bericht, wie es zu der Partnerschaft der Ev.-luth. Kirchengemeinde Dalum mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hamai kam:

 

Von 1971 bis 1974 war Reinhard Riemer Pastor in Dalum. Als Jugendlicher hatte er bei einem Besuch in Tansania dort sein Herz verloren. Er studierte Theologie und wurde Pastor, um sich so bald wie möglich nach Tansania entsenden zu lassen. Seit Anfang 1975 war er Schulpastor in Dodoma, der damals neuen Landeshauptstadt. Bei einem Heimatbesuch kam er 1978 auch nach Dalum und ludt seinen Nachfolger, Diedrich Kohnert (1974 - 2003 Pastor in Dalum), mit einer kleinen Gruppe zum Besuch in Dodoma ein.

Mit sechs Personen (Ehepaar Kohnert, Ehepaar Borgstede, Frau Inge Korth geb. Stenzel, Herr Wolfgang Gebhard) flogen wir im Juli 1979 nach Tansania und lernten Land und Leute kennen. Einen Reisebericht finden Sie HIER.

Eine der Safaris rings um Dodoma herum führte uns in das Dorf Chamkoroma. Zur Sicherung der Bausubstanz der kleinen Kirche (sie war lediglich aus gepressten und getrockneten Lehmboden-Steinen erbaut) wurden wir um Hilfe gebeten. Von Dalum aus haben wir dann offiziell als Kirchengemeinde geholfen, so gut wir konnten.

Mitte der 1980er Jahre kam Pastor Riemer nach Deutschland zurück und wurde für sieben Jahre Pastor in Emlichheim. Er regte nun an, eine regelrechte Partnerschaft zwischen den beiden Kirchenkreisen Emsland-Bentheim und zunächst Dodoma und dann schließlich mit Kondoa zu vereinbaren. Dazu kam es 1988. Dalum war weiter mit Chamkoroma verbunden. Weil die dortige Gemeinde dann von Hannoveranern versort wurde,  haben wir als Partner 1994 die Kirchengemeinde in Hamai übernommen.

Seither kam es zu regelmäßigen Delegationsbesuchen zwischen beiden Kirchenkreisen.

 

1997 besuchten Walter und Coba Schulz als Delegierte der Ev.-luh. Kirchengemeinde die Partner in Hamai. Hauptmitarbeiter war dort Peter Mungo, der als Medical Assistant in der dortigen Krankenstation tätig war. Mit ihm wurden die Pläne für einen Kindergarten geschmiedet. Mit wesentlicher Unterstützung durch die Bingo-Lotto-Umweltstiftung (von deren segensreichen Möglichkeiten wir zufällig erfuhren) konnte der Kindergarten entstehen und 2000 "in Betrieb gehen".

Als Mitarbeiterin im Kindergarten hatten wir eine junge Frau schulisch gefördert und in Moshi deren Montessori-Ausbildung ermöglicht.

Leider hat sie ihren Dienst in Hamai nur für eine kurze Zeit antreten können, so dass wir schon annehmen mussten, dass alle Liebesmüh umsonst gewesen sei. Bei einem späteren Besuch in Hamai haben wir sie wiedersehen können als Lehrerin an der Schule in Hamai. Das hat uns gefreut!

 

Ein wesentlicher Aspekt ist in unserer Partnerschaft zu bedenken. Die Bevölkerung in Hamai besteht aus über 90% Moslems und Naturreligion. Wenn nun die wenigen Christen derart materiell versorgt werden und sich vieles leisten können, das von staatlicher Seite nicht möglich ist, dann gibt es ganz schnell Reibereien.

Ein wichtiger Beruhigungsfaktor war der Arzt Mungo, der ja berufsmäßig für alle zuständig war und auch entsprechend geachtet wurde.

Dann hatte später der Evangelist Mwassamila die zündende Idee, auf dem Gelände neben dem Kindergarten ein Fussballfeld zur Verfügung zu stellen und Jugendliche ohne Rücksicht auf deren Konfession oder Religion zu trainieren.

Von uns bekamen alle Trikots geschenkt und Bälle. So war ein gutes Miteinander möglich.

Diese Linie wurde von uns konsequent weiter verfolgt. Gute Kontakte wurden geknüpft mit Schulen in Hamai und Umgebung. Sie erhalten Förderung durch die Bonifatiusschule in Dalum und die Antoniusschule in Geeste.

 

Zur Zeit wird das Projekt "Berufsschule" (Vocational & Educational Training Centre) verfolgt. Es wird einen nicht unwesentlichen Beitrag für die Infrastruktur Hamais bilden.

 

Die Schule ist fertig und konnte am 9. Juli 2018 in die Zuständigkeit der Diözese übergeben werden. Hier der Bericht.